Der Anker
Der Anker gehört zur Grundausstattung jeder Segelyacht. Es gibt sie in vielen verschiedenen Ausführungen und noch mehr Gewichtsklassen. Den richtigen Anker zu wählen ist leichter als allgemein gedacht ...
Das Thema Anker wird von vielen Yachteignern vernachlässigt. Mit Aussagen wie „ja, ja, der Anker ist irgendwo da vorne“, wird die Frage der Mitsegler abgewimmelt.
Dabei gehört der Anker zur Sicherheitsausrüstung jedes Bootes wie die Schwimmwesten und das Verbandszeug; Und wer schon einmal einen Sturm ankernd in der Kajüte abgewettert hat, der kennt den Wert eines passenden Ankers mit entsprechender Ankerleine.
Hier sind wir auch schon bei der ersten wichtigen Frage, wie schwer muss den der Anker sein?
Häufig wird nach der teuren Anschaffung eines Bootes bei der Ankerfrage gespart. Auch aus Platzgründen wird oft ein falscher zu kleiner Anker gewählt.
Aber hält der Anker dann wenn man ihn braucht?
Natürlich hängt das Ankergewicht auch vom Meeres- oder Seegrund auf dem geankert wird ab; Auch Welle und Strömung müssen in die Gewichtswahl mit einbezogen werden.
In der folgenden Tabelle haben wir eine kleine Übersicht über Bootsgewichte und entsprechende Ankergewichte angelegt, wie sie für unsere Alpensee und viele Küstengebiete Gültigkeit haben:
| Bootsgewicht [kg] | Ankergewicht [kg] |
| - 500 | 5,0 |
| 600 - 1000 | 5,5 - 8,0 |
| 1500 | 8,5 |
| 2000 - 6000 | 9,0 - 13,0 |
| 8000 | 15,0 |
| 12000 | 20,0 |
Wie bei den Ankergewichten gibt es auch bei den Ankern selbst viele verschiedene Modelle. Jedes Model ist für einen bestimmten See- oder Meeresgrund entwickelt; natürlich gibt es auch Allrounder, diese geben jedoch nie den selben Halt wie der entsprechende Spezialist.
Die meisten Ankertypen sind alt hergebrachte Bautypen, die sich in der Praxis schon 1000fach bewährt haben.
Wir haben hier die wichtigsten Ankertypen zusammengefasst.
Der Stockanker:
Einer der ältesten Ankertypen ist der Stockanker, er gehört zur Gruppe der Gewichtanker. Seine einfacher Bauart besteht aus zwei Armen mit Flunken am Ende. Am oberen Ende des Schafts ist in 90° zu den Ankerarmen der Stock montiert. Durch den Stock dreht sich der Anker am Grund immer so, dass sich eine Flunke in den Boden grabt.
Der Stockanker ist ein sehr sperriger Anker, der zum verstauen viel Platz benötigt und deshalb primär für große Yachten geeignet ist.
Seine Wirkung ist gewichtsabhängig. Geeignet ist er für steinigen Grund, da den Flunken des Stockankers für weichen, sandigen Grund die nötigen Halteflächen fehlen.
Der Pflugschar-Anker:
Der Pflugschar-Anker ist ein Anker des Yacht- oder Patenttyps.
Seinen Namen hat der Anker von seiner Pflugscharenform bekommen. Diese Form verleiht dem Anker auch besonders gute Eigenschaften in weichem Grund.
In Sand oder Schlick graben sich die Pflugscharren tief ein und geben idealen Halt. Oft hält der Anker so gut, dass er nur über eine Winde feigemacht werden kann.
Auf felsiger Boden oder bei Grund mit starkem Bewuchs ist der Pflugschar Anker hingegen nicht die erste Wahl.
Da der Pflugschar-Anker im Gegensatz zum Stockanker durch seine Form wirkt, kann er deutlich leichter sein um die selbe Haltekraft zu haben. Wie der Stockanker ist auch der Pflugschar-Anker sehr sperrig und nur schwer unter zu bringen, weshalb er meist in einer speziellen Halterung im Bugkorb der Yacht verstaut wird.
Der Platten-Anker:
Der Platten-Anker ist in seiner Funktion ähnlich dem Pflugschar-Anker und gehört auch zu den Yacht- oder Patentankern. Im Grunde besteht er einem in der Mitte der Platte befestigten Schaft. Diese Platte gräbt sich tief in weichen Boden und die große Fläche der Platten verleiht dem Anker hervorragenden halt.
Wie auch der Pflugschar-Anker wirkt der Plattenanker auf Grund seiner Form; in felsigem Grund ist er mäßig geeignet und in Seegras fehlt ihm das Gewicht um entsprechenden Halt zu geben.
Hat der Plattenanker am Schaft einen 90° zu den Platten montierten Stock, so nennt man ihn Danforth-Anker. Durch den Stock legt sich der Anker auf Grund immer so, dass die Platten sich ideal eingraben können. Durch seine großen Platten erreicht er trotz noch geringerem Gewicht eine extrem hohe Haltekraft in weichem Grund.
Der Platten-Anker wird, da er nicht zusammenlegbar ist, wie der Pflugschar-Anker in einer Halterung im Bugkorb verstaut.
Der Draggen-Anker:
Der Draggen-Anker ist wahrscheinlich der am häufigsten verwendetet Anker, wie der Stockanker gehört er zu den Gewichtanker. Seine Wirkung erhält der Draggen-Anker hauptsächlich durch sein Gewicht.
Der Grund für seine Beliebtheit ist einfach; der Draggen-Anker kann zusammengeklappt werden und benötigt so nur wenig Platz, weshalb der Draggen-Anker auch für kleine Schiffe geeignet ist.
Der Draggen-Anker besteht aus einem Schaft und 4 gleichgroßen, ausklappbaren Flunken.
Da die Flunken keine große Fläche haben hat der Draggen-Anker im weichen Grund einen schlechten Halt. Auch in harte Böden können die Flunken schlecht eindringen; nur in steinigen Grund zeigt er gute Eigenschaften, doch kann sich der Anker hier sehr leicht verkanten und nur mehr schwer geborgen werden.
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