Richtig Ankern: Aber wie?


Viele Segler wollen nicht Ankern, meist aus Angst sie könnten etwas falsch machen oder der Anker könnte nicht halten. Hier ein paar Tipps, die ihnen das Leben auf See mit Anker erleichtern.

Eines ist klar, der beste Ankergrund ist Sand. Der Anker gräbt sich leicht ein und kann sich nicht zwischen Felsen verkanten.

Wie findet man eben diesen idealen Ankergrund?
Nehmen sie ihre Seekarte zur Hand und sie werden finden wonach sie suchen; in seichten Buchten bei klarem Wasser ist es oft noch leichter den richtigen Grund zu finden. Meist sind es die hellen Stellen die von sandigem Grund künden.
Sollte ihnen eine Stelle gefallen, fahren sie weit genug nach Luv darüber hinaus, bedenken sie wie weit ihr Ankerversuch sie wieder nach Lee bringen wird.

Je steiniger der Boden wird desto größer die Gefahr, das ihr Anker sich verklemmt, deshalb an die Tripp- oder Warpleine  denken; ebenso ist es in engen Häfen oder Buchten sinnvoll die Trippleine zu verwenden, vor allem wenn für Bergemanöver kaum Platz ist.

Haben sie den richtigen Ankerplatz gefunden und liegt ihr Anker auf sandigem Grund gilt:
je sanfter sich der Anker eingraben kann, desto besser wird er halten. Fahren sie deshalb keine hektischen, ruckartigen Manöver unter Vollgas; ruckartige Manöver reissen den Anker wieder frei.
Aus diesem Grund gilt auch, je länger und dehnungsfähiger die Ankerleine ist, desto sicherer greift der Anker.
Sollten sie merken, dass der Anker im Sand nicht gleich hält, lassen sie sich mit dem Wind nach Lee treiben. So kann der Anker sich Einschlammen und nach 15-30 Minuten können sie ihn unter Motor eindampfen.
Wenn ihr Anker beim ersten Versuch nicht hält, so müssen sie ihn vor jedem neuen Ankerversuch heraufholen und reinigen. Seegras und Lehm könnten die Funktion ihres Anker deutlich verschlechtern und ihnen somit viel Arbeit machen.
Sollten sie nach einigen Versuchen ihren Anker nicht zum halten bringen suchen sie lieber einen neuen Ankerplatz, hier geht Sicherheit definitiv vor.

Ankerleinenlänge:
Als Faustregel sollte man die Ankerleine auf ca. die 5-fache Wassertiefe bemessen, damit ist man auch bei aufkommenden Schlechtwetter noch auf der sicheren Seite.
Für die Wassertiefe gilt, je flacher der Seegang und je stärker der Seegang, desto geringer die Wassertiefe wählen. Beachten sie aber auf jeden Fall Untiefen und mögliche Tide.

Eigenheiten der Ankertypen:
Je nach Ankertyp gibt es gewisse Eigenheiten zu beachten. So kann der Pflugscharen-Anker  durch Schwojen leicht aus dem Grund gedreht werden und muss deshalb gut eingedampft werden, wogegen der Plattenanker meist schnell wieder festkommt.
Verwendet man hingegen einen Stockanker  besteht die Gefahr, dass sich die Ankerleine um die 2. nach oben ragende Flunke vertörnt und den Anker aus dem Grund zieht.

Kette oder Leine?
Am besten verwendet man beides. Der Hauptanker sollte eine Kette haben mit einer Mindestlänge von 50 m. Die Kette sollte für Standard-Charteryachten eine Stärke von 10 mm haben. Verwenden sie einen Kette ist es wichtig einen entsprechend starken Ankerwirbel zu montieren, da die Kette beim Vertörnen mehr als die hälfte ihrer Bruchlast verliert.
Verwenden sie einen Ankerleine müssen sie darauf achten, dass sie ein Schamfilen an Klampen und Deckskanten verhindern. Hier ist schon ein einfacher PVC-Schlauch sehr hilfreich.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser:
Liegen sie dann endlich vor Anker, beobachten sie die Ankerleine. Nimmt der Wind zu und läuft die Ankerleine flacher ins Wasser , müssen sie Leine geben um des Ausbrechen des Ankers zu vermeinden. Nehmen sie auch von Zeit zu Zeit eine Landpeilung um sicher zu gehen, dass sie nicht langsam nach Lee abdriften.

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14.2.2007 | [nullzeit.at] np
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