Das Schiff steuern


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Auf offenem Wasser ist es keine große Kunst ein Schiff zu steuern, wenn man weiß wo man hin will - Navigation!

Unter Motor muss man auch den Wind nicht sonderlich beachten, sondern fährt nach Kompass oder Augenmaß.

Es ist wichtig immer darauf zu achten, dass man keine Untiefen oder Riffe übersieht, daher sollte man seinen Kurs immer auf der Karte verfolgen und auf gefährliche Stellen achten.

Schwierig wird es, wenn man in Häfen einläuft und nicht viel Platz hat oder anderen Schiffen begegnet und man die Vorrangregeln kennen muss.

1. Unter Motor

Grundsätzlich fährt man mit einem Boot wie mit einem Auto (zumindest bei denen mit Steuerrad), allerdings gibt es keine Bremse. Stoppen kann man indem man 

  • das Boot auslaufen lässt
  • rückwärts Gas gibt.


Für die Richtungen gibt es in der Seemannssprache folgende Ausdrücke:
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2. Unter Segeln

Unter Segeln muss man neben der Richtung in die man will auch den Wind beachten. Je nachdem wo er kommt, kann man sein Ziel direkt erreichen oder muss einen Umweg in Kauf nehmen damit man ankommt.

Die einzelnen Kurse werden folgendermaßen unterschieden:
  • Es gibt den Fall, dass der Wind direkt von der Seite (also von rechts oder links von der Fahrtrichtung aus gesehen) kommt. Dies nennt man "Halber Wind Kurs". Hier fährt ein Boot am schnellsten.
  • Wenn der Wind weiter von schräg vorne kommt dann nennt man dies einen "Am Wind Kurs".
  • Wenn der Wind noch weiter von vorne kommt (also so weit von vorne, dass er fast schon direkt von vorne kommt) dann nennt man dies einen "Hart Am Wind Kurs".
  • Wenn der Wind nun aber weiter von hinten kommt als bei einem "Halber Wind Kurs" dann spricht man vom "Raumschots Kurs".
  • Wenn der Wind direkt von hinten kommt dann spricht man vom "Vorwind Kurs".


Bei diesen ganzen Richtungen aus denen der Wind kommt ist dabei natürlich immer der scheinbare Wind gemeint. Das ist der Wind der sich aus der Kombination von Fahrtwind und tatsächlichem Wind ergibt.

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Wende 
2.1. Wende

Bei einer Wende wird der Kurs des Schiffes geändert, indem der Bug des Schiffes durch den Wind dreht. Kurzzeitig wird also der Wind direkt von vorne kommen und danach von der anderen Schiffsseite. Eine Wende muss gut vorbereitet und dann schnell durchgeführt werden. Das Schiff muss in dem Moment,in dem der Wind von vorne kommt, noch genügend Fahrt machen, um dem Ruder zu gehorchen und weiter zu drehen.

Die Wende wird durch das Kommando "Klar zur Wende" eingeleitet. Während auf den Manöverstationen die Wende vorbereitet wird, fällt man etwas ab, um zusätzlich Fahrt aufzunehmen. Nach dem Ruf "Ree" legt der Rudergänger das Ruder hart auf Luvsseite, wodurch die Wende ausgeführt wird.  
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Halse 
2.2. Halse

Die Halse ist das Gegenstück zur Wende. Auch bei der Halse wird das Schiff gedreht, so dass der Wind dann von der anderen Seite her kommt. Hier wird aber das Heck durch den Wind gedreht, der Wind kommt also eine Zeitlang direkt von achtern.

Die Halse wird bei achterlichem Wind durchgeführt. Deshalb besteht bei der Halse keine Gefahr, dass das Schiff im Wind hängen bleibt und keine Fahrt mehr macht.  
   2.3. Reffen

Beim Reffen wird die Segelfläche des Bootes verringert, wenn der Wind zulegt. Auf den heute üblichen Fahrtenschiffen wird das Vorsegel eine Stück eingerollt und das Großsegel teilweise herunter gelassen, die Reffhaken eingehängt und wieder durchgesetzt.

Bei Mast-Rollreff Anlagen wird das Segel weg gerollt - ähnlich wie das Vorsegel.  


3. Wer hat Vorrang?

3.1. Verschiedene Schiffsarten zueinander

Wie im Straßenverkehr muss auch auf dem Wasser die Vorfahrt geregelt werden. Haben auf der Straße fast alle Fahrzeuge die gleichen Rechte wird auf dem Wasser bei der Vorfahrt nach verschiedenen Schiffsarten unterschieden. Die grundsätzliche Idee dabei ist, dass die Fahrzeuge ausweichen sollen, die am besten Ausweichen können.

Ein 150m langer Tanker kann nicht eben ausweichen, wenn plötzlich ein Sportboot auftaucht. Ein Sportboot hat es beim Ausweichen da z.B. wesentlich leichter.

Rangliste der Vorfahrt
  1. Manövrierunfähiges Fahrzeug
  2. Tiefgangbehindertes Fahrzeug
  3. Manövrierbehindertes Fahrzeug
  4. Fischendes Fahrzeug
  5. Segelschiffe unter Segel
  6. Maschinenfahrzeuge


Maschinenfahrzeuge speziell der Sportschifffahrt sind die letzten in der Reihe. Sie sind leicht zu manövrieren und daher wird ihnen die Pflicht zum Ausweichen zu allen anderen Fahrzeugen auferlegt.

Trennen Sie sich bitte vom Verhalten auf den Straßen. Auf dem Wasser ist es notwendig alle anderen Verkehrsteilnehmern als Partner zu betrachten. Man fährt an keinem anderen Boot vorbei, das sichtbar Hilfe benötigt. Man gibt den schwächeren oder den sichtbar unerfahreneren gerne die Vorfahrt. Speziell wir Sportbootfahrer werden auf dem Wasser nicht von Terminen gehetzt. Genießen Sie diese Befreiung von Terminen und lassen Sie doch einfach mal die Anderen vor.

3.2. Vorfahrt von Maschinenfahrzeugen untereinander

Die Grundregel ist: rechts vor links wie im Straßenverkehr. Das Maschinenfahrzeug das von unserer Steuerbordseite her kommt hat Vorfahrt. Kommen sich zwei Fahrzeuge direkt entgegegen, ändern beide Fahrzeuge den Kurs nach Steuerbord.

3.3. Vorfahrt von Segelschiffen untereinander

Segelschiffe fahren entweder auf dem Backbordbug oder dem Steuerbordbug. Es wird benannt nach der Seite auf dem der Großbaum, die massive Unterseite des Hauptsegel eines Segelschiffes, gefahren wird.

  1. Vorfahrtsregel: Backbordbug vor Steuerbordbug
  2. Vorfahrtsregel: Lee vor Luv bei gleichem Bug.
  3. Vorfahrtsregel: Sollte die Vorfahrt nicht klar zu erkennen sein, muss ich ausweichen.

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Luv und Lee 


Vorfahrt im Fahrwasser

Fahrzeuge die ein Fahrwasser durchgängig befahren haben Vorfahrt gegenüber Fahrzeugen die:
  • in das Fahrwasser einlaufen,
  • das Fahrwasser queren,
  • im Fahrwasser drehen,
  • Liege und Anklerplätze am Rand des Fahrwassers verlassen.


Fährt ein Fahrzeug parallel zu einem Fahrwasser oder in seiner Nähe, muss klar erkennbar sein, dass das Fahrwasser nicht benutzt wird (Abstand halten).

4. Verkehrszeichen

Wie auf der Straße gibt es auch auf dem Meer Verkehrszeichen. Meist sind es Bojen und einzelne Zeichen auf Untiefen. Das sind die wichtigsten:

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Einzelgefahrenzeichen 
Einzelgefahrenzeichen
Einzelgefahrenzeichen kennzeichnen kleinräumige Untiefen, welche Du im "nötigen Sicherheitsabstand*" auf allen Seiten passieren kannst.Diese Zeichen sind immer SCHWARZ-ROT-SCHWARZ lackiert und tragen als Topzeichen immer zwei schwarze Bälle übereinander. Wenn sie befeuert sind, dann in der Regel Blitz (2) weiß.        
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Steuerbordfahrwasser 
Steuerbordfahrwasser
Das Steuerbordfahrwasser ist mit spitzen, grünen Seezeichen gekennzeichnet. Diese können mit spitzen (dreieckigen), grünen Topzeichen ausgestattet sein. Sind sie befeuert, dann in grün. Sie sind von See kommend aufsteigend mit ungeraden Zahlen nummeriert und an Steuerbord liegenzulassen.  
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Backbordfahrwasser 
Backbordfahrwasser
Das Backbordfahrwasser ist mit stumpfen, roten Seezeichen gekennzeichnet. Diese können mit stumpfen (rechteckigen), roten Topzeichen ausgestattet sein. Sind sie befeuert, dann in rot. Sie sind von See kommend aufsteigend mit geraden Zahlen nummeriert und an Backbord liegenzulassen.    
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Fahrwassermitte 
Fahrwassermitte
Die Fahrwassermitte ist mit runden, kegelförmigen oder zylindrischen Seezeichen gekennzeichnet. Diese können mit runden, roten Topzeichen ausgestattet sein. Sie sind immer ROT-WEISS lackiert. Sind sie befeuert, dann in weiß. Sie sind immer an Backbord liegenzulassen.   
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Steuerbordseitige Fahrwasserabzweigung  
Steuerbordseitige Fahrwasserabzweigung
Die steuerbordseitige Fahrwasserabzweigung ist mit kegelförmigen oder zylindrischen Seezeichen gekennzeichnet. Diese können mit spitzen (dreieckigen), grünen Topzeichen ausgestattet sein. Sie sind immer GRÜN-ROT-GRÜN lackiert. Sind sie befeuert, dann in Blitz (2+1) grün.Sie tragen unter der fortlaufenden Nummer des Hauptfahrwassers durch einen waagrechten Strich getrennt den (abgekürzten) Namen und die erste Nummer des abzweigenden bzw. die letzte Nummer des einmündenden Fahrwassers. Sie sind von See kommend und dem Hauptfahrwasser folgend an Steuerbord liegenzulassen und der Abzweigung folgend an Backbord liegenzulassen.    
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Backbordseitige Fahrwasserabzweigung  
Backbordseitige Fahrwasserabzweigung
Die backbordseitige Fahrwasserabzweigung ist mit stumpfen Seezeichen gekennzeichnet. Diese können mit stumpfen (rechteckigen), roten Topzeichen ausgestattet sein. Sie sind immer ROT-GRÜN-ROT lackiert. Sind sie befeuert, dann in Blitz (2+1) rot.Sie tragen unter der fortlaufenden Nummer des Hauptfahrwassers durch einen waagrechten Strich getrennt den (abgekürzten) Namen und die erste Nummer des abzweigenden bzw. die letzte Nummer des einmündenden Fahrwassers. Sie sind von See kommend und dem Hauptfahrwasser folgend an Backbord liegenzulassen und der Abzweigung folgend an Steuerbord liegenzulassen.    
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Sperrgebiete 
Sperrgebiete
Sperrgebiete sind mit tonnenförmigen, kegelförmigen oder zylindrischen Seezeichen gekennzeichnet. Diese können mit gelben Andreaskreuzen als Topzeichen ausgestattet sein. Sie sind immer GELB lackiert. Sind sie befeuert, dann in gelb. Im Normalfall mit wird mit mehreren Zeichen ein Gebiet abgegrenzt, welches nicht befahren werden darf (z.B. Badezonen, Surfreviere u.Ä.).        
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Kardinalzeichen 
Kardinalzeichen
Kardinalzeichen sind etwas besonderes unter den Seezeichen. Diese richtig zu interpretieren bedarf es etwas mehr. Sie sichern großflächige Untiefen oder Gefahrenstellen ab, welche mit einem Zeichen nicht ausreichend gekennzeichnet wären.
Die Absicherung kann aus einem, zwei, drei oder allen vier Zeichen bestehen. Die Seezeichen sind immer GELB-SCHWARZ lackiert und tragen als Topzeichen immer zwei schwarze Kegel. Allfällige Befeuerung ist weiß.

Die Lackierung, die Ausrichtung der Kegel und die Kennung ist von der Position des Zeichens zur Gefahrenstelle abhängig. Zur schwarzen Lackierung zeigen immer die Kegelspitzen der Topzeichen. Ist die Lackierung verwittert, so ist das Zeichen an den Kegeln zu erkennen.

Sind die Kegel korridiert oder abgebrochen, so ist das Zeichen an der Lackierung zu erkennen. Es müssen nicht alle aufgestellten Zeichen befeuert sein.  

Das Kardinalzeichen Ost steht östlich der Gefahrenstelle und ist östlich zu passieren. Das Topzeichen sind zwei Kegel, deren Spitzen auseinander zeigen. Von Distanz betrachtet sehen diese wie ein "O" (Ost) aus. Die Lackierung ist SCHWARZ-GELB-SCHWARZ. Ist das Zeichen befeuert, so ist die Kennung Funkel (3) oder schneller Funkel (3). Abgeleitet von "Ost auf der Uhr ist 0300".   

Das Kardinalzeichen Süd steht südlich der Gefahrenstelle und ist südlich zu passieren. Das Topzeichen sind zwei Kegel, deren Spitzen beide nach unten zeigen. Auf der Seekarte ist der "untere Rand" Süden. Die Lackierung ist GELB-SCHWARZ. Ist das Zeichen befeuert, so ist die Kennung Funkel (6) + Blink oder schneller Funkel (6) + Blink. Abgeleitet von "Süd auf der Uhr ist 0600". Der Blink ist zur Unterscheidung vom Nordzeichen.    

Das Kardinalzeichen West steht westlich der Gefahrenstelle und ist westlich zu passieren. Das Topzeichen sind zwei Kegel, deren Spitzen zueinander zeigen. Von Distanz betrachtet und auf die Seite gedreht sehen diese wie ein "W" (West) aus. Die Lackierung ist GELB-SCHWARZ-GELB. Ist das Zeichen befeuert, so ist die Kennung Funkel (9) oder schneller Funkel (9). Abgeleitet von "West auf der Uhr ist 0900".  

Das Kardinalzeichen Nord steht nördlich der Gefahrenstelle und ist nördlich zu passieren. Das Topzeichen sind zwei Kegel, deren Spitzen beide nach oben zeigen. Auf der Seekarte ist der "obere Rand" Norden. Die Lackierung ist SCHWARZ-GELB. Ist das Zeichen befeuert, so ist die Kennung Funkel oder schneller Funkel.    

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Kommentar von: duke-prom gepostet: 28.09.2011 19:12 X

das stimmt
@Manfred Janßen "Hallo, soweit mi rbekannt ist, wird der Kurs auf dem man fährt immer nach dem wahren Wind genannt und nicht wie im Artikel behauptet nach dem scheinbaren Wind, denn das würde doch dazu führen, dass man, je nach Schiffs- oder Bootstyp seinen Kurs anders benennen müßte." - das ist leider Recht

Kommentar von: piso gepostet: 30.07.2003 17:31 X

welcher ist der wahre kurs?
hier trennt sich wohl theorie und praxis.
ein segler wird immer seinen kurs nach dem wind benennen in dem er gesegelt ist, d. h. dem scheinbaren wind. nimmt man den tornado wie am artikelbild mit seiner hohen geschwindigkeit, sieht der raumschotkurs definitiv anders aus als der eines optimisten im bezug zur hohe zum wahren wind.
auch bei protestverhandlungen wird die segelstellung als indiz für den kurs zum wind verwendet.
wenn so mancher theoretiker darauf besteht der kurs sei immer auf den wahren wind zu beziehen wird die praxis ihm das leben manchmal schwer machen. dann soll er versuchen mit einer fahrtenyacht den selben am wind kurs zm wahren wind zu segeln wie eine americascup-class ;-)
viel vergnügen

Kommentar von: Manfred Janßen gepostet: 30.07.2003 16:33 X

Scheinbarer und wahrer Wind
Hallo,
soweit mi rbekannt ist, wird der Kurs auf dem man fährt immer nach dem wahren Wind genannt und nicht wie im Artikel behauptet nach dem scheinbaren Wind, denn das würde doch dazu führen, dass man, je nach Schiffs- oder Bootstyp seinen Kurs anders benennen müßte.




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23.4.2003 | Leo Ochsenbauer