Roboat: Völlig losgelöst ans Ziel
Der Mühlviertler Roland Stelzer schwört auf künstliche Intelligenz: Die Roboter haben es dem Computerwissenschaftler angetan. Auf der boot Düsseldorf berichtete er von seinem jüngsten Projekt, dem „Roboat“.
„Das Roboat ist ein autonomes Roboter-Segelboot, das in der Lage ist, jedes beliebige Ziel anzusteuern. Der Mensch muss lediglich noch die Koordinaten eingeben.“ Anhand von Wetterdaten werde dann die optimale Route errechnet und während der Fahrt sogar ständig aktualisiert und angepasst. Stelzer, der ursprünglich im österreichischen Mühlviertel geboren wurde und zurzeit in England promoviert, hat schon lange von einem solchen Boot geträumt.
„Die Idee zu einem vollautonomen Segelboot geistert seit einigen Jahren in meinem Kopf herum. Bei der österreichischen Gesellschaft für innovative Computerwissenschaften, kurz Innoc, habe ich dann das passende Umfeld und ein hochmotiviertes Team gefunden, um das Ganze in die Tat umzusetzen.“ Äußerst erfolgreich: Bei der Microtransat, dem weltweit führenden Wettbewerb für autonom segelnde Boote, hat „Roboat“ den ersten Platz gemacht. Und der nächste Wettbewerb steht auch schon an.
Roboter-Segel-Weltmeisterschaft am Neusiedler See
Vom 18. bis zum 25. Mai veranstaltet die österreichische Gesellschaft für innovative Computerwissenschaften (InnoC) gemeinsam mit dem Yachtclub Breitenbrunn die erste Roboter-Segel-Weltmeisterschaft. Bereits jetzt haben sechs Teams definitiv zugesagt, unter anderem aus Wales, Portugal, Frankreich und den USA. Weitere internationale Teilnehmer sind vorgemerkt. Aber Roland Stelzer hat größere Pläne: „Ziel ist die autonome Atlantik-Querung.“
Was „Roboat“ so besonders macht? „Robotische Segelboote stellen hohe Anforderungen an die künstliche Intelligenz der Systeme. Wind und Wellen sind nicht vorhersagbar; trotzdem muss das System auf jede erdenkliche Situation reagieren können.“ Im Hinblick auf Langzeit-Einsätze stelle das höchste Anforderungen an die Robustheit und Stabilität der Software.
Spezielle Algorithmen entwickelt
Der Lösungsansatz des „Roboat“-Projektteams sind Algorithmen, die wie ein Segler reagieren. „Das System würde auf jedem Boot funktionieren“, erklärt Stelzer. Das habe man bereits in der Praxis bewiesen, und zwar beim Umstieg von dem 1,4-Meter-Modellbauboot auf das jetzige Vier-Meter-Boot.
Ein Problem beim Langzeit-Einsatz von robotischen Segelbooten sei jedoch noch immer die Energieversorgung. „Wir entwickeln ein nachhaltiges Energiekonzept, damit das Boot energie-autark wird.“ Neben Sonnen- und Windenergie werde beim „Roboat“-Projekt eine Wasserturbine eingesetzt.
[Quelle: Boot]
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